Krampl, Peter: Komplexe Nichtlineare Optik - Theoretische Charakterisierung der 2- Photonen Resonanz nichtzentrosymmetrischer Materie |
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Kapitel
4
In diesem Abschnitt werden nichtzentrosymmetrisch
gebundene, exakt resonante Elektronen ω0 in multichromatischen
photonischen Feldern untersucht. Dazu wird der allgemeine mathematische
Formalismus zur Berechnung der 2- Photonen Resonanz, basierend auf der Rayleigh-
Schrödinger Störungsrechnung gezeigt und die Ergebnisse
diskutiert. Zusätzlich wird der photonenfreie Fall betrachtet. Für genügend schwache
optische Felder kann die tatsächliche rücktreibende Kraft, die ein Oberflächenelektron
für genügend kleine Oszillationen um den Gleichgewichtszustand erfährt, durch
ein harmonisches Potential approximiert werden. Wird die Intensität des
eingestrahlten optischen Feldes groß, werden die höheren Terme der
Rückstellkraft wichtig und die Bewegung des Elektrons ist nicht länger direkt
proportional zum Feld. In dieser Einschränkung kann das Langzeitverhalten des
nichtzentrosymmetrisch gebundenen Partikels störungstheoretisch approximiert
werden. Dazu wird zur weiteren Untersuchung ein beliebig kleiner Störparameter
λ eingeführt gemäß [BRW03]:
|
(4.1) |
mit von elektrischen
Multipolen abhängiger nichtlinearer Korrekturkoeffizient als beliebig kleiner Skalar
und
als Treiberterm. Gibt es nur Quadrupol- und
Dipolbeiträge, dann hängt
von der Quadrupolstärke erster Ordnung und von der Dipolstärke
zweiter Ordnung ab. Die Nichtlinearität
kann für atomare
Störungen d von etwa einer Atomgröße aus der nichtlinearen Rückstellcharakteristik
mit
, d. h.
bzw. mit
, d. h.
abgeschätzt
werden. Mit
und Störungen
von
erhält
man für die Nichtlinearität, in nichtzentrosymmetrischen
Kristallen, die konstante Größe von
bzw.
. Das dynamische Profil des Elektrons x(t) kann durch störungstheoretische
Berechnungen bestimmt werden. Dazu wird für die Lösung von ODE (4.1) eine Reihe
sukzessiver Näherungen in λ angesetzt:
|
(4.2) |
wobei proportional zum
kleinen Treiberparameter
ist,
entsprechend
quadratisch,
kubisch und
quartär vom
kleinen Treiberparameter abhängt. Dabei wird erwartet, dass die Terme,
proportional zum jeweiligen Störungsparameter
,
,
…,
jede für sich
die Bewegungsgleichung erfüllen. Zweimalige Differentiation von (4.2) ergeben
die Zeitableitungen der Form:
|
(4.3) |
|
(4.4) |
mit
|
(4.5) |
|
(4.6) |
Substitution von Gleichung (4.3) und (4.4) in die
Bewegungsgleichung (4.1) ergibt folgenden Ausdruck:
|
(4.7) |
Jetzt ist es möglich, die
entsprechenden Näherungs- Koeffizienten von ,
,
, …,
zu vergleichen
um die dazugehörigen Gleichungen zu erhalten. Für jeden Wert von λ ergibt
der obige Ansatz eine Lösung, wobei die
nicht von λ
abhängig sind. Damit ist jeder Term mit gleicher Potenz in λ eine Lösung.
Wenn λ groß ist, tragen nur hohe
bei und
umgekehrt. Sortieren nach Ordnungen von λ führt zu:
|
(4.8) |
|
(4.9) |
|
(4.10) |
|
(4.11) |
Abhängig von der Struktur des
Treiberterms entstehen höhere Harmonische und Subharmonische
. Alle
Betrachtungen und Vorhersagen betreffen die 2. Näherung in
. Die erste Gleichung (4.8) entspricht dabei dem
linearen Lorentz- Modell und ist das Standardmodell für den Brechungsindex. Wie
zuvor erwähnt, besteht das externe Feld aus N- Fourierkomponenten, wobei aufgrund
der Linearität der Gleichungen sich die Gesamtlösung aus einer Summe von N- Lösungskomponenten
zusammensetzt. Die stationäre Lösung kann durch folgenden Fourieransatz
beschrieben werden:
|
(4.12) |
mit für reelle
Amplituden. Substitution der beiden Zeitableitungen (4.5) und (4.6) in (4.7) kann
insgesamt angeschrieben werden mit:
|
(4.13) |
Vergleich der Fourierkomponenten der l. S. und
der r. S. von Gleichung (4.13), ergibt Ausdrücke für die jeweilige Fourieramplitude
welche lösbar
ist mit
|
(4.14) |
mit der komplexen resonanten Frequenzfunktion
, wobei
im Resonanznenner, aufgrund der Einbeziehung
ihrer c. c. Felder, sowohl positiv als auch negativ sein kann. Für
nichtzentrosymmetrische Materie ergeben sich Elektronenresponses gerader
Ordnung. Im Fall von zwei Fourierkomponenten des Photonenfeldes gibt es
letztendlich Frequenzresponses gemäß der Summenfrequenz- und
Differenzfrequenzgeneration und einen Gleichanteil. Der SHG Response für monochromatische
photonische Felder kann unter Berücksichtigung der
bestimmten zeitlichen Entwicklung des Treiberterms
durch
Transformation in den Fourierraum gelöst werden. Substitution von (4.12) in (4.9)
ergibt:
|
(4.15) |
Dazu muss in dieser Gleichung der
quadratische Treiberterm betrachtet werden.
Die Lösung liefert dann die entsprechenden neuen "exotischen"
Frequenzterme. Im Falle von 2 Fourierkomponenten und deren komplex konjugierten
des externen Photonenfeldes kann man folgende zu berücksichtigenden
quadratischen Komponenten hinschreiben:
|
(4.16) |
Elementare mathematische Umformungen ergeben
folgende Einzelkomponenten mit Exponentialtermen der Form ,
,
,
,
:
|
(4.17) |
Zusammenfassung und Vereinfachung
liefern Exponentialterme der Form ,
,
,
|
(4.18) |
Sortieren der einzelnen
Fourierkomponenten und Klassifizierung der einzelnen Terme führt neben den
neuen Responses, bei der doppelten Frequenz ±2ω1, ±2ω2
auch noch zu Summen- und Differenzenfrequenzen ±(ω1+ω2),
±(ω1−ω2) und einem Gleichanteil DC. Die
Fourier Amplitude x(2) setzt sich also aus der Summe all dieser
Komponenten zusammen.
|
(4.19) |
Damit können die neuen Treiberterme mit
einer Genauigkeit bis zu kleinen Größen zweiter Ordnung in Abhängigkeit
der generierten Frequenzen angegeben werden:
Doppelte
Frequenz (SHG) ,
:
|
(4.20) |
|
(4.21) |
Summenfrequenzerzeugung
(SFG) :
|
(4.22) |
Differenzfrequenzerzeugung
(DFG) :
|
(4.23) |
Gleichanteil
(DC):
|
(4.24) |
|
(4.25) |
Zur Bestimmung des Summenresponse in mit den Frequenzen
erhält man durch
Berücksichtigung der entsprechenden Frequenz- Treiberterme.
|
(4.26) |
Dabei entspricht der für die positive
Frequenzkomponente zu berücksichtigende
Treiberfeldterm
, der komplex konjugierte Term
den negativen
Fourierkomponenten
. Die stationäre
Lösung für die Summenfrequenzerzeugung und deren zeitlichen Ableitungen für c.
c. Felder sind von der Form
|
(4.27) |
Substitution von (4.27) in (4.26)
ergibt für komplex konjugierte optische Felder:
|
(4.28) |
Elementare mathematische Umformungen
liefern einen Ausdruck, welcher für alle Zeiten t erfüllt sein muss.
|
(4.29) |
Dies ist nur der Fall, wenn der
Klammerausdruck in (4.29), welcher der komplexen Frequenzfunktion für
Summenfrequenzerzeugung (SFG) entspricht, sich aufhebt. Damit ergibt sich die Fourieramplitude für SFG zu:
|
(4.30) |
für identische Frequenzen kann sofort auf
die negative Fourierkomponente der zweiten
Harmonischen geschlossen werden.
|
(4.31) |
Analog zur mathematischen Modellierung
von SFG erhält man die Ausdrücke für die Fourieramplitude
für DFG für den negativen
Differenzfrequenzbereich
zu:
|
(4.32) |
Werden wiederum identische Frequenzen
betrachtet so ergibt sich daraus der Gleichanteil c. c. zu:
|
(4.33) |
Insgesamt erhält man hiermit zwei
Sätze von "exotischen" Ausdrücken zur Beschreibung der Wechselwirkung
von bichromatischem Licht mit zentrosymmetrischer Materie,
welche Singularitäten bzw. in dissipativer Umgebung behobene Singularitäten bei
den Frequenzen ±2ω1, ±2ω2, ±(ω1+ω2),
±(ω1−ω2) generieren. Für die negativen Frequenzkomponenten
läßt sich folgender Satz von Gleichungen anschreiben
|
(4.34) |
bzw. ihrer c. c. komplex konjugierten
photonischen Felder für den positiven Frequenzbereich:
|
(4.35) |
Die Fourieramplitude
Amplitude setzt sich
wiederum aus der Summe all dieser Komponenten zusammen.
Bei
vollständigem Fehlen externer optischer Felder liegt eine regellose freie thermische
Bewegung des Elektronenpartikels vor. Exakt resonante Partikel sind entropiearm und deren Verhalten ist zeitlich vorhersagbar. Diese
bestimmen das Langzeitverhalten der Materieelektronen. Zur weiteren Untersuchung des Langzeitverhaltens
wird ein beliebig kleiner, positiver Störparameter λ eingeführt. Die stationäre
Amplitude der Oberflächenelektronen in zweiter Näherung, d. h. mit einer Genauigkeit
bis zu kleinen Größen der Ordnung λ3 wird bestimmt mit:
|
(4.36) |
Mit (1.18) bis (1.27) im Kapitel 1 Methoden
können die Funktionen und die Größen
mit folgenden
Gleichungssystem bestimmt werden.
|
(4.37) |
|
(4.38) |
|
(4.39) |
aus (4.37) findet man mithilfe der
Modifikation für hohe Harmonische mit n als
Integer
|
(4.40) |
und insgesamt:
|
(4.41) |
Damit erhält man aus (4.38) den
Ausdruck:
|
(4.42) |
wobei keine Additionstheoreme möglich
ist und sich aufhebt für
. Damit gibt es keinen Elektronen- Skew
in der linearen Näherung nichtzentrosymmetrischer Materie. Bemerkenswert ist in
diesem Zusammenhang, dass für zentrosymmetrische Medien bereits in erster
Näherung kleiner Größen mit
ein Skew mit
nachgewiesen
werden kann. Wir setzen
und erhalten:
|
(4.43) |
Aus der asymptotischen Näherung
stationärer Lösungen erhalten wir über die Beziehungen und
mit der
Phasenänderung
und
die lineare
Lösung
für
. Dies entspricht einer allgemeinen Lösung mit den
Randbedingungen x0 = b0 und
, d. h zur Zeit t = 0 liegt nur die maximale Auslenkung
b vor. Damit diese Lösung, die anharmonische Bewegungsgleichung
(4.1) in dissipativer Umgebung streng erfüllt, muss diese umgeschrieben werden in
die Form:
|
(4.44) |
wobei die Identität benutzt wurde. Mithilfe der Ergebnisse der asymptotischen
Methode können wir die Frequenzabweichung vom linearen Verhalten bestimmen. In
zweiter Näherung kleiner Größen erhalten wir:
|
(4.45) |
Die Berücksichtigung freier Partikel
in der sukzessiven Näherung und
liefert über
und mit der trigonometrischen Identität
für die 2. Näherung kleiner Größen den zu
integrierenden Ausdruck:
|
(4.46) |
Die inhomogene, lineare Gleichung wird
für freie Partikel unter der Bedingung für das Fehlen eines Resonanzgliedes auf
der rechten Seite integriert. Damit können wir Null setzen und
die Integration liefert mit
für das
konstante Glied
. Wenn die Lösung erster Ordnung ein sinnvoller
Startpunkt ist, dann führt unsere allgemeine Argumentation von vornherein in den
allgemeinen Ansatz
für
und
zu setzen. Mit
der obigen Argumentation wird der durch die Integration entstehende sin- Term
komplex und berücksichtigt die Dämpfung bzw. Absorption
und der cos-
Term ist real und beschreibt die Amplitude. Mit diesen Annahmen erhalten wir
als Lösung zweiter Näherung kleiner Größen:
|
(4.47) |
|
(4.48) |
Die Berücksichtigung der nächsthöheren
Ordnung liefert mit der Lösung zweiter Näherung kleiner Größen die
Frequenzkorrektur zur natürlichen Frequenz des Systems. Mit der sukzessiven
Näherung und
finden wir für
die dritte Näherung kleiner Größen
die analytische
Lösung für nichtresonante Erregerfrequenzen
|
(4.49) |
und
für resonante Erregerfrequenzen:
|
(4.50) |
Die Korrektur zur Fundamentalen
erhalten wir aus den Koeffizienten des Resonanzterms welcher das nichtlineare
Verhalten an der Oberfläche - Bulk - Schnittstelle wiedergibt.
|
(4.51) |
Daraus lässt sich leicht erkennen,
dass zentrosymmetrische und nichtzentrosymmetrische Materie einen negativen Skew aufweisen. Betrachtet man nun positiv dotierte Bulkfestkörper
(), so genügt diese der modifizierten Differentialgleichung
zweiter Ordnung
. Dabei wurde
berücksichtigt, dass der Bulk mit Schnittstelle nicht invariant ist unter der Transformation
. Somit ergibt sich dieselbe Lösungsstruktur wie für den
undotierten Bulk, wobei nur noch die Inversion des
Nichtlinearitätsparameters
bzw. der Frequenz berücksichtigt werden muss. Damit
erhält man zwei konkurrierende Skews des
elektronischen Response
bezüglich
mit
|
(4.52) |
Für nichtzentrosymmetrische Medien ist
die amplitudenabhängige Frequenzkorrektur dem Quadrat der Schwingungsamplitude
proportional und . Analog erhält man in
für zentrosymmetrische
Medien (Bulk) mit
eine Frequenzkorrektur positiver
Skewness, bzw. für dotiertes Volumenmaterial negative Skewness, welche jeweils dem
Quadrat der Schwingungsamplitude proportional sind.
In diesem Abschnitt werden die
möglichen nichtlinearen Resonanzfälle NZS- Materie betrachtet. Nach Voraussetzung
liegen die 1- bzw. 2- Photonenresonanz, d. h. allgemein die höheren
Harmonischen und Subharmonischen hinreichend nahe bei der natürlichen
Resonanzfrequenz. Im Limes ist ,
. Nach Setzen der Variablentransformation
und
, lassen sich allgemeingültige Ausdrücke für die
nichtlinearen Koeffizienten zentro- und nichtzentrosymmetrischer
Materie über deren Schnittstelle, in der Näherung kleiner Größen bis 2. Ordnung
formulieren gemäß:
|
(4.53) |
mit den Skewnesskoeffizienten der Anharmonizität, , welche mit
undotierten und mit
positiv
dotierten Festkörperbulk berücksichtigt. Dabei ist zu beachten, dass für die Anharmonizitätspaare im nichtlinearen Regime,
, nichtzentrosymmetrische Materie an
Singularitätsstellen gerader Ordnung und undotierte
bzw. negativ dotierte zentrosymmetrische Materie an Singularitätsstellen
ungerader Ordnung jeweils mit negativer Skewness skaliert. Für positiv dotierte
zentrosymmetrische Materialien sowie deren Schnittstelle Oberfläche / Bulk ist
zu berücksichtigen, dass die Nichtlinearität ein vollständiges Vorzeichen
durchläuft und sich demzufolge eine Skewnessumkehr
ergibt. Damit lässt sich die exakte Lösungsstruktur für die nichtlineare
Amplitude, Suszeptibilität bzw. Brechungsindex, sowie der nichtlinearen
Polarisation in den jeweiligen Näherungen finden. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass
mit einer
Genauigkeit von
in die
Berechnungen mit eingeht. Somit kann man für die jeweilige Materiegeometrie, in
der Näherung kleiner Größen bis 2. Ordnung, gültig für Frequenzintervalle
, den exakten Verlauf des nichtlinearen optischen
Response für beliebig hohe Harmonische und Subharmonische vorhersagen. Die
betrachtete 1- Photonen und 2- Photonen Resonanz nichtzentrosymmetrischer-
Materie im Fourierraum lässt sich für
mit der nichtlinearen
Skelettkurve
exakt angeben,
wobei sich die nichtlinearen Responsekoeffizienten ergeben zu:
|
(4.54) |
Bemerkenswert ist hierbei, dass für
die hohen Harmonischen die Skewness immer mehr zunimmt, ganz im Gegensatz zu
den Subharmonischen deren Skewness- Betrag immer weiter abnimmt. Diese
Modellbildung stellt eine enorme Verbesserung des bisherigen nichtlinearen
Modells dar (siehe z. B. [BRW03, Kapitel 1]), in der die Nichtlinearität nicht
nur approximiert wurde, sondern in ihrem innersten Wesen exakt mathematisch
berücksichtigt wurde. Dabei wird die Transformation der nichtlinearen
Resonanzfunktion vorgeschlagen,
wobei zusätzlich berücksichtigt werden muss, dass
bzw.
wird. Dies
ergibt sich, wenn die exakt auftretenden Singularitäten in den
störungstheoretischen Berechnungen berücksichtigt werden. Für die nichtlineare
Amplitude lässt sich damit folgender modifizierter Satz von Gleichungen für
nichtzentrosymmetrische Materie angeben.
|
(4.55) |
mit der exakten komplexen, nichtlinearen
Resonanzfunktion:
|
(4.56) |
Bemerkenswert bei diesen Gleichungen
ist, dass die Nichtlinearität in die Frequenzfunktion im Nenner eingeht und
nicht, wie in der aktuellen Literatur (siehe z. B. [BRW03, Kapitel 1]),
lediglich als Proportionalitätsfaktor, der die Amplitude nur lorentzförmig beeinflusst. Zusätzlich muss für den
Nichtlinearitätsparameter mit berücksichtigt
werden, dass nichtzentrosymmetrische Materie nicht invariant ist unter der Transformation
. Dies impliziert die Tatsache, dass die Orientierung
des nichtlinearen Skewness- Effekts aufgrund der quadratischen Amplitudenabhängigkeit
für nichtzentrosymmetrische Materie rein frequenzabhängig ist. Zur weiteren Erforschung
nichtzentrosymmetrischer Materie wird die mathematische Struktur in der
zugrundeliegenden Modellbildung mit den Gleichungen (4.53) bis (4.56)
betrachtet und deren berechnete Konfiguration in den Abbildungen (4‑1)
bis (4‑10) dargestellt,
wobei eine vertiefte Untersuchung zentrosymmetrischer Materie geführt wird, in
Punkten, wo sich diese Materiearten charakteristisch unterscheiden. Das
nichtzentrosymmetrische System, welches dabei zunächst zwei unabhängigen
photonischen Feldern, mit den Fourierkomponenten
und
ausgesetzt war,
wird im Folgenden für monochromatische Fourierkomponenten betrachtet. Zur
Einordnung dieser Lösungen wird das nichtzentrosymmetrische und
zentrosymmetrische System zusätzlich mittels computerphysikalischen Methoden
numerisch modelliert. Die Abbildungen (4‑1(a), (b)) zeigen die
charakteristischen Eigenschaften, Variationen der störungstheoretisch
ermittelten komplexen nichtlinearen Amplitude parallel und antiparallel zur
Nichtlinearität α, (α > 0 bzw. α < 0) in Abhängigkeit ihrer
photonischen Fourierkomponenten. Es werden zunächst nur kleine optische Felder
zugelassen um chaotisches Systemverhalten im Fourierraum auszuschließen, sodass
eine Untersuchung des Systems im nicht chaotischen Regime sichergestellt werden
kann. Für das so konfigurierte System erhält
man zunächst für monochromatische Photonenfelder
, neben der 1- Photonen Resonanz an der Systemfrequenz eine
weitere charakteristische Resonanz an der halben natürlichen Systemfrequenz, welche
durch zwei resonante Photonen hervorgerufen werden (schwarzer Kurvenverlauf,
gestrichelt). Die 1- Photonen Resonanz zeichnet sich durch eine Nullstelle, d.
h. einen unendlich schmalen Amplitudeneinbruch zwischen den beiden
Emissionskanälen aus. Zudem zeigt sich an der Fundamentalen eine rotverschobene
Flankenabsenkung. Dies zeigt anschaulich, dass der nichtlineare Elektronenresponse
ein schmales transparentes Frequenzfenster besitzt und letztendlich
niederfrequentere Strahlung emittiert. Dieses durch Phasenfokussierung erzeugte
transparente Fenster ist eine charakteristische Signatur für bosonische Systeme. In der zugrundegelegten Modellbildung,
entspricht das dem, 1s - 2s- Übergang.
Abbildung 4‑1: Charakteristischer Verlauf der parallelen,
α > 0 (oben), bzw. antiparallelen (α < 0) (unten) komplexen nichtlinearen
Amplitude (blau) und deren nichtlinearer Betrag (orange). Der qualitative
Verlauf ist oben zusätzlich mit eingezeichnet (rote Kurve). Für 1- Photonen
Resonanz, vor Reziprozierung der Fourierkoeffizienten
erhält man neben einem Transparenzfenster eine blau- und rotverschobene Flankendeformation.
Dabei überträgt der höherfrequente Emissionskanal die
Information schwächer. Dies deutet auf eine asymmetrische Amplitudenentwicklung
hin, in der die Amplitudeninformation zu niederfrequenten Bereichen verschoben
wird (negativer Skew). Die blaue Kurve (gestrichelt)
zeigt jeweils das übliche Resonanzverhalten, welche sich auszeichnet für reziproke
Fourierkoeffizienten; γ=0.13494, |α|=0.046165, ω0=3.0386 , E=1.0.
Zur Veranschaulichung der gebildeten
Strukturen werden diese zusätzlich in der 2 dimensionalen Fourierebene
und im Raum dargestellt. Die zugrundeliegenden Berechnungen wurden dazu in
höherer dissipativer Umgebung (γ = 0.23) durchgeführt, um die markanten
Effekte besser zeigen zu können. Beachtenswert ist die zusätzliche 2- Photonen Resonanz bei
ω = ω0/2 auf der rotverschobenen Seite des Spektrums,
welche zunehmend ausbleicht bzw. die blauverschobene 2- Photonen Resonanz für
optische c. c.- Felder, die sich zunehmend färbt und das jeweils verstärkt für
hohe Ordnungen. Die nachfolgenden Abbildungen zeigen dies zusätzlich in Perspektivischer
Darstellung.
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Abbildung 4‑2:
Intensitätsdichteverteilung
der behobenen Singularitätsstellen als Kontur- Plot für die 1- Photonen und 2-
Photonen Resonanz; Der zugrundeliegende qualitative Verlauf der komplexen
Amplitude mit Nullstelle (oben) und deren Betrag mit Transparenzfenster (unten)
sind zusätzlich jeweils mit ihren c. c.- Feldern abgebildet. Die
punktsymmetrische Amplitudenumkehr für die c. c. Felder sind (jeweils links) dargestellt.
Es zeigt sich ein für 1- Photonen Resonanz ein verstärkter, rotverschobener, bleichender
Übertragungskanal bzw. respektive für c. c. Felder blauverschobener, färbender Kanal;
hochdissipativ γ=0.23494,
ω0 = 3.0386, E=1, α=0.046165.
Abbildung 4‑3:
Perspektivische Darstellung des nichtlinearen
Betrags der spatialen komplexen Amplitude zusätzlich
mit c. c.- Feldern (oben) und deren Separation (Mitte und unten) als Funktion
der photonischen Erregerfrequenzen. Die Aufteilung der Fundamentalen 1-
Photonen Transparenzfenster in die verkleinerten blauverschobenen bzw. die
stärker ausgeprägten rotverschobenen Flanken (für c. c. umgekehrt) sind
deutlich erkennbar. Die 2- Photonen Resonanz zeigt diese Besonderheit nicht. Mit
zunehmender Ordnung färbt sich die 2- Photonen Resonanz, bzw. bleicht aus für
optische c. c.- Felder; γ=0.23494,
α = 0.046165, ω0=3.0386, E=1.
Bemerkenswert ist, dass sich im Falle
der Anwesenheit von 2- Photonen- Resonanz eine verkleinerte blauverschobene
Flanke zeigt (für c. c.- Felder rotverschoben). Dieser Effekt verstärkt sich
weiter, wenn die 2- Photonen Resonanz unterdrückt wird, durch Erhöhung des
Gleichanteils gemäß →
bzw.
→
und noch
ausgeprägter durch deren vollständige Eliminierung gemäß
→
bzw.
→
. Nach Reziprozierung der Summenfrequenz zeigt sich
Frequenzkonversion, wobei die 2- Photonen Resonanz an der halben Systemfrequenz
verschwindet. Bemerkenswert ist in diesem Fall, dass die rotverschobene
Flankendeformation und somit die niederfrequente Informationsverschiebung vollständig
behoben wird und ein Transparenzfenster zeigt, wie in Abbildung (4‑4) ersichtlich ist.
Abbildung 4‑4: zeigt die spezielle Behebung der charakteristischen
rotverschobenen Flankendeformation an der komplexen 1- Photonen Resonanzstelle mit
Transparenzfenster nach Reziprozierung der Fourierkoeffizienten
der Summenfrequenz. Die 2- Photonen Resonanz wurde aus Darstellungsgründen
ausgeblendet, weil deren komplexe Amplitude nach Reziprozierung im Vergleich zur
Fundamentalen zu schwach ausgeprägt ist; γ=0.23494,
α = 0.046165, ω0=3.0386, E=1.0.
Zu beachten sind die gleichmäßig
ausgeprägten Flanken der Fundamentalen, sowie der 2. Harmonischen. Sowohl die
blauverschobene als auch die rotverschobene Flanke weisen dieselbe Ausprägung
auf. Damit stehen nun zwei gleichwertige Emissionskanäle zur Verfügung. Durch
die Behebung der doppelten Singularität verschwindet das Transparenzfenster.
Die sich ergebenden Kurven verlaufen an diesen Stellen nun stetig und weisen
gewöhnliches Resonanzverhalten auf. Ein weiteres Ziel dieser Arbeit ist es, das
exakte (nicht angenähert, wie bei [BRW03, Kapitel 1]) nichtlineare Verhalten
des beleuchteten Grenzflächenelektrons an der Resonanzstelle und deren Umgebung
im Fourierraum zu verstehen. Aufgrund der nichtlinearen Wechselwirkung des
Teilchens mit hinreichend starken externen optischen Feldern ändert sich der
Resonanzbeitrag des Partikels im Fourierraum, in Abhängigkeit zur Frequenz. Im Folgenden
wird diese Frequenzentwicklung verfolgt und die Änderung des Response- Beitrags
bestimmt. Zu diesem Zweck werden hier, durch ein repräsentatives Beispiel, die
sich daraus ergebenden speziellen Effekte aufgezeigt, die analytisch und mithilfe
der numerischen Integration gefunden wurden und vergleichen diese mit den
Lösungen, wie sie in der aktuellen Literatur (siehe hierzu z. B. [BRW03,
Kapitel 1]) publiziert sind. Zunächst wird die numerisch berechnete Resonanzentwicklung
nichtzentrosymmetrischer Medien mit quadratischer Nichtlinearität in Wechselwirkung
mit bichromatischem HeNe- Laserlicht, , an der
Singularität betrachtet und in den Abbildungen (4‑5) bis (4‑10)
gezeigt. Im Vergleich dazu wird die störungstheoretisch gefundene analytische
Lösung im Fourierraum für dieselbe Erregeramplitude des bichromatischen
optischen Erregerfeldes gezeigt. Die Literatur- Lösung entspricht dabei dem
Fall α = 0. Die interessante Physik erhält man für nichtlinear aktivierte
Systeme d. h. α ≠ 0. Offensichtlich
kippt die Resonanzkurve bei hohen Anregungsamplituden und man erkennt einen
Sprung in der Kurve. Dazwischen zeigt sich eine Unschärfe im Hystereseverhalten in der Umgebung der Singularitätsstelle
mit verändertem Linienverlauf und veränderter Linienbreite.
Abbildung 4‑5 zeigt den charakteristischen Verlauf
des nichtlinearen Amplitudenbetrags nichtzentrosymmetrischer Materie (grün) in
der bisherigen aktuellen nichtlinearen Modellbildung (siehe z. B. [BRW03]) im
Vergleich zur numerischen, linearen (blau) und nichtlinearen Lösung (rot). Es
ist deutlich die Aufteilung in eine schwächer ausgeprägte rotverschobene Flanke
(rechts) und einen blauverschobene Emissionskanal zu erkennen; γ=0.013494, E = 7.5, α = 0.046165,
ωext=2.9786, ω0=3.0386. Für den Fall
vollständig fehlender Nichtlinearität, α = 0, zeigt die Response Funktion
im Fourierraum gewöhnliche Resonanz bei , wie sie charakteristisch für Lorentz- Materialien
sind. Unter Berücksichtigung quadratischer Nichtlinearität,
, zeigt sich ein neues dispersives
Resonanzverhalten. Für nichtzentrosymmetrische Materie mit
erhält man mit
zunehmender Amplitude eine harte Potentialcharakteristik und die Kurve zeigt
negative Skewness.
Die im Fourierraum numerisch
untersuchte ()- Kurve NZS- Systeme weist in Abhängigkeit der
optischen Erregerfrequenzen Schwingungen mit Hysteresecharakter auf. Variiert
man ω von kleinen Werten beginnend nach höheren Erregerfrequenzen, so
wächst die Amplitude der erregten Schwingung entlang des "unteren Astes"
FED bis sie im Punkt D, in der Umgebung der Singularitätsstelle über einen
geringen Unschärfebereich ausschmiert. Bei weiterer Erhöhung der
Erregerfrequenzen springt die Amplitude im Punkt D auf den Wert von Punkt B, d.
h. es existiert nur noch eine Lösung auf dem „oberen Ast“ mit negativer
Tangente. Das System muss unstetig auf diesen übergehen. Bei weiterer Erhöhung
der Frequenz verringert sich die Amplitude stetig entlang des "oberen
Astes" BA. Verringert man jetzt wieder die Frequenz so wächst die Amplitude
entlang des oberen Astes AB bis man zu C (bmax) kommt.
Im Punkt C reißt die Amplitude ab und sie fällt sprunghaft auf den Wert von E
und verläuft mit abnehmenden Frequenzen entlang des unteren Astes EF der
Resonanzkurve. Es gibt also unstetige Übergänge mit negativer Steigung
(gestrichelte Linie) und eine Hysterese. Der obere und untere Ast werden durch
die Punkte DC mit senkrechter Tangente
abgegrenzt.
Der abgearbeitete Algorithmus ist
dabei invariant gegenüber einer Inversion bezüglich des Nichtlinearitätskoeffizienten
α → - α für gerade Potenzen des nichtlinearen Terms in x. In
Abbildung (4‑6) ist die spezielle
Änderung der komplexen nichtlinearen Amplitude nichtzentrosymmetrisch
gebundener Elektronen beim Übergang vom linearen ins nichtlineare Regime in der
Fourierdomäne gezeigt. Die Berechnungen wurden am
Beispiel von Si in Wechselwirkung mit bichromatischem
HeNe- Laserlicht durchgeführt. Dabei bleiben die zuvor
diskutierten Eigenschaften erhalten, wobei diese aber nun in einer kleinen
Umgebung um ihre Singularität mit der Frequenz stark variieren. Für diese
Untersuchung wurde zum einen von kleinen Frequenzen kommend und zum anderen von
hohen Frequenzen kommend, links- und rechtsseitig an die Singularitätsstelle angenähert
numerisch über 237 Perioden integriert.
|
|
Abbildung 4‑6: Intensitätsdichteverteilung der 1-
Photonen und 2- Photonen Resonanz und deren reziprozierten
Ordnung der Fourierkomponenten zur Generation der höheren Harmonischen (SHG) im
Vergleich zum harmonischen Response für α = 0. Abhängig von der
Materiesymmetrie zeigt sich Frequenzkonversion nur für geradzahlige
Harmonische (rechts). Der Harmonische Response ist als Konturlinien- Plot (oben
rechts) mit berücksichtigt. Dabei dienen die Konturlinien der 2- Photonen
Resonanz nur zur Veranschaulichung des Skewness- Effekts. Für den harmonischen
Response bleibt dieser aus und es ergibt sich nur die 1- Photonen Resonanz
(links). Die Abweichung vom harmonischen Response zeigt den Skew,
der nur im nichtlinearen Fall auftritt. Im Gegensatz zur Literatur- Lösung [BRW03], in der die Nichtlinearität als
Proportionalitätsfaktor berücksichtigt wird und somit nur auf die Größe der Intensität
Einfluss nimmt, kann mit der hier erhaltenen Lösung und dem entwickelten Algorithmus
auch exakt die Skewness der Amplitude bzw. Intensität vorhergesagt und beschrieben
werden. Die spezielle Änderung der Imaginärteile der
nichtlinearen Amplitude xi beim Übergang
vom linearen (grüne Kurve) ins nichtlineare Medium in
der Fourierdomäne (rot und blau gekennzeichnet) wird
darunter gezeigt (Mitte). Dabei ergeben
sich für die linkseitige und rechtsseitige Näherung an die Singularität
identische Kurven. ROT: von kleinen Frequenzen kommend; BLAU: von hohen Frequenzen
kommend (aus Darstellungsgründen leicht versetzt eingezeichnet). Es zeigt sich
zusätzlich zur 1- Photonen- Resonanz, eine 2 Photonen Resonanz bei ω0/2.
Der harmonische Response zeigt sich dabei besser
abgestimmt als die nichtlinearen Responses, welche größere Frequenzverteilungen
aufweisen. (unten) Vergrößerungs- Ausschnitt der erhaltenen 2- Photonen
Resonanz für die Integration über 474 Perioden des Photonenfeldes; γ=0.013494, E = 7.5, α = 0.046165,
ωext=2.9786, ω0=3.0386.
Die genaue Untersuchung der 2-
Photonen Resonanz lässt für schwach gedämpfte Systeme, wie im Fall des Si-
Kristalls, eine Nullstelle vermuten, was ebenfalls ein Transparenzfenster
bedeuten würde. Die nachfolgenden Abbildungen (4‑7) bis (4‑10)
zeigen die charakteristischen Änderungen des komplexen Elektronenresponses beim
Übergang vom nichtlinearen nichtzentrosymmetrischen
Medium (Oberfläche) ins nichtlineare zentrosymmetrische Medium (Bulk, positiv
dotiert und undotiert), im Fourierraum. Dabei kann
abhängig von der Materiesymmetrie eine spezielle Änderung der nichtlinearen
Amplitude xi
in Abhängigkeit der Frequenz beobachtet werden, wobei die zuvor diskutierten
Eigenschaften erhalten bleiben, diese nun aber in einer kleinen Umgebung um
ihre Singularitätsstellen bzw. mit der Frequenz charakteristisch variieren. Zunächst
bleibt beim Übergang von der Oberfläche in den negativ dotierten oder undotierten Bulk die negative Skewness erhalten. Dabei
weist der undotierte bzw. negativ dotierte Bulk aber einen
deutlich schwächeren Skewnesseffekt auf. Beim
Photonen- Übergang undotierter Oberflächen in positiv
dotierte zentrosymmetrische Materie, gemäß ODE , hingegen stellt sich ein positiver Skew ein. Dabei durchläuft die Skewness ein vollständiges
Vorzeichen. Es zeigt sich zusätzlich zur 1- Photonen- Resonanz, eine 2 Photonen
Resonanz bei ω0/2 und eine 3- Photonen Resonanz bei w0/3. Die
Berechnung wurde am Beispiel des Si-
Kristalls in Wechselwirkung mit bichromatischem und trichromatischem HeNe- Laserlicht
und
für monochromatische Photonenfeldern
durchgeführt.
Abbildung 4‑7:
Nichtlinearer
skewnessbehafteter komplexer Elektronenresponse im
extrem nichtlinearen Regime; α=1.46165,
γ=0.13,
E=1.0x106, ω0=3.0386, b=80.
Ganz oben sind die Amplitudendichten als Funktion der Frequenz für
zentro- bzw. nichtzentrosymmetrische Materie (unten)
im
extrem nichtlinearen Regime gezeigt. Die Amplituden werden für
höhere Harmonische extrem klein. Deshalb wurde die Amplitudenverteilung um die
2. und 3. Harmonischen aus Darstellungsgründen höher gewichtet. Die lineare Intensitätsverteilung
ist entsprechend als Konturlinie berücksichtigt, wobei die Konturen für SHG und
THG zur Darstellung der Skewness mit eingezeichnet wurden (Mitte).
Abbildung 4‑8: Qualitativer Verlauf der komplexen
nichtlinearen Amplitude für verschiedene Materiesymmetrien
in
Wechselwirkung mit bi- und trichromatischen c. c.-
Feldern, welche unterschiedliches nichtlineares Verhalten zeigen.
Dies zeigt sich insbesondere in Bezug auf ihre Skewnessorientierung
und Generation der höheren Photonenresonanzen. Die speziell skewnessbehaftete komplexe nichtlineare Amplitude
nichtzentrosymmetrischer (blaue Kurve) und undotierter
bzw. negativ dotierter zentrosymmetrischer Materie (grüne Kurve, ) zeigt negative Skewness. Dabei ist bemerkenswert,
dass für positiv dotierten Bulk,
, (rote Kurve,
), die Skewnessorientierung
nicht erhalten bleibt. Die Nichtlinearität durchläuft dabei ein vollständiges
Vorzeichen und macht deren Einfluss deutlich sichtbar. Zudem ergibt sich
Frequenzkonversion. Abhängig von der Materiesymmetrie werden nur höhere geradzahlige bzw. ungeradzahlige Photonenresonanzen
generiert (links unten und rechts oben). Die 3- Photonenresonanz macht sich
erst für erhöhte Nichtlinearitätsparameter β um 2 Größenordnungen, Faktor
100, bemerkbar; γ=0.0135,
E=7.5, α=0.046165, ωext=2.979, ω0=3.0386.
Um die korrekte Funktionsweise der entwickelten
Lösungsstruktur zu validieren und die Gültigkeit der numerischen Lösung einzuordnen,
wird die Singularitätslösung, wie in Abschnitt 4.2 beschrieben, herangezogen
und mit den numerischen Ergebnissen verglichen. Die Ergebnisse sind in den Abbildungen
(4-9 und 4-10) dargestellt. Es ergeben sich Singularitätskurven, welche ganz
speziell von der Ordnung der Subharmonischen, wie auch hohen Harmonischen
abhängen. Dabei ergibt sich für die Grundresonanz eine Skelettkurve der Form , welche sich in ihrer Skewness ganz signifikant von
der Skelettkurve für 2- Photonen Resonanz der Form
unterscheidet. Die
Ergebnisse werden in hervorragender Weise durch die numerische
Integrationslösung bestätigt. Bedenkt man dass eine
Frequenz einer Energie entspricht, so lässt sich die von den Symmetrieeigenschaften
abhängige, frequenzabhängige Amplitude des Materieresponses energetisch deuten.
Nach der hier, in dieser Arbeit durchgeführten nichtlinearen Modellbildung
besitzt nichtzentrosymmetrische Materie einen negativen Response, welcher einer
Frequenzabnahme und somit auch einer Energieabnahme in der Umgebung der
Singularitätsstelle entspricht. Danach antworten Oberflächen auf ihre Anregung
mit negativer Skewness und senken somit ihre Energie. Damit können sich Oberflächen
besser stabilisieren und höhere Energien aushalten, bevor ihre Struktur, z. B.
durch Schmelzen, zerstört wird. Die negative Skewness verleiht demnach nichtzentrosymmetrischer
Materie erhöhte Stabilität um sie z. B. zur Katalyse, Oberflächenreaktionen und
planare mikrooptische Bauteile besser nutzbar machen
zu können. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass der Übergang von undotiertem oder negativ dotiertem Festkörperbulk mit
negativem Skew zu positiv dotiertem Bulk, mit der
zugrundeliegenden Skewnessumkehr zu positiver
Skewness, mit zusätzlicher Bulkanregung antwortet. Somit kann dotierte
zentrosymmetrische Materie besser angeregt werden, hätte aber ohne diese
zugrundeliegende Skewnessumkehr theoretisch einen höheren
Schmelzpunkt. Höhere Harmonische, z.B. die zweite Harmonische, haben in dem
untersuchten Modell aufgrund deren Erzeugung im Resonanzgebiet nur eine geringe
Eindringtiefe. Dies zeigt anschaulich, dass das erhaltene emittierte Signal zum
großen Teil an der Oberfläche erzeugt wird.
Abbildung 4‑9 zeigt den Skew
nichtzentrosymmetrischer Materie zusammen mit den Singularitätslinien. Die rote
Singularitätslinie spiegelt die Skewness der 1. Subharmonischen wieder, dazu
die blaue Singularitätslinie zum Vergleich ist gemäß der Skewness der
Fundamentalen stärker geneigt. Dies macht deutlich, dass der Skewness- Effekt
abhängig von der Art und Ordnung (SubHG und HHG) der
Singularitätsstelle, bzw. deren behobene Singularität, unterschiedlich
ausgeprägt ist. Als Ergebnis erhält man für α → α2
eine sehr gute Bestätigung der auftretenden Skewness. Damit wird die
entwickelte analytische Lösung hervorragend bestätigt; γ=0.013494, E=162.5, α = 0.046165,
ωext=2.979, ω0=3.0386.
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Abbildung 4‑10:
Spatiale Darstellung der skewnessbehafteten,
nichtlinearen 1- Photon- Elektron Wechselwirkung nichtzentrosymmetrischer
Materie, welche die richtige Orientierung des Responses berücksichtigt (oben). Die
durch die 2- Photonen Resonanz nach Reziprozierung der Ordnung ihrer
Fourierkomponenten hervorgerufene 2. Harmonische (SHG) wurde zusätzlich unter
Berücksichtigung optischer c. c.- Felder berechnet (Mitte links). Zusätzlich
dargestellt ist die skewnessbehaftete 3- Photonen
Resonanz undotierter zentrosymmetrischer Materie bei
(1/3) ω0 (Mitte, rechts). Die 1- Photon- Elektron- Resonanz für
den harmonischen und nichtlinearen Response undotierter
nichtzentrosymmetrischer und positiv dotierter zentrosymmetrischer Materie in
Perspektive, zeigt anschaulich die Skewnessumkehr (unten).
Zusätzlich ist das "übliche" harmonische Resonanzverhalten
berücksichtigt; Hochdissipativ γ=0.43,
α=0.046165, ω0=3.0386.
Die Auswertung der mathematischen
Struktur nichtzentrosymmetrischer Materie in der zugrundeliegenden
Modellbildung ergab im Fourierraum folgende nichttriviale Ergebnisse: Für
monochromatische Photonenfelder erhält man neben der 1- Photonen Resonanz an
der Systemfrequenz eine weitere charakteristische Resonanz an der halben
natürlichen Systemfrequenz. Für 1- Photonen Resonanz erhält man vor
Invertierung der Fourierkomponentenordnung neben
einem Transparenzfenster eine blau- und rotverschobene Flankendeformation.
Dabei überträgt der höherfrequente Emissionskanal
schwächere Informationen. Dies zeigt eine asymmetrische Amplitudenentwicklung
im nichtlinearen Regime, in der die Amplitudeninformation zu niederfrequenten
Bereichen verschoben wird (negativer Skew). Nach
Invertierung der Summenfrequenz zeigt sich Frequenzkonversion, wobei die 2-
Photonen Resonanz an der halben Systemfrequenz verschwindet und
bemerkenswerterweise die rotverschobene Flankendeformation behoben wird. Damit stehen
nun zwei gleichwertige Emissionskanäle zur Verfügung. Das gewöhnliche
Resonanzverhalten verläuft an diesen Stellen nun stetig. In der Fourierdomäne wurden anhand der
Rayleigh- Schrödinger Störungsrechnung exakt
resonante Elektronen, ω0 = ωr,
im nichtlinearen Regime untersucht, welche für die Generation hoher
Harmonischer und Subharmonischer gerader Ordnung verantwortlich ist. Für den
photonenfreien Fall wurde der exakte Verlauf der Singularitätskurve analytisch
bestimmt. Die analytische Untersuchung des asymptotischen Elektronenresponses
zeigte einen neuen exotischen Effekt. Aufgrund der nichtlinearen Wechselwirkung
des Teilchens mit hinreichend starken externen optischen Feldern ändert sich
der Resonanzbeitrag des Partikels im Fourierraum in Abhängigkeit der Frequenz. Für
nichtzentrosymmetrische Medien stellt sich eine frequenzabhängige Amplitude mit
negativer Skewness ein. Dieser negative Skewness Effekt wurde mittels der
nichtlinearen Skelettkurve gezeigt, welche
an der Singularität existiert. Dabei ist der Skewnesseffekt
nicht alleine auf nichtzentrosymmetrische Materie begrenzt. Zentro-
und nichtzentrosymmetrische Materie skaliert im nichtlinearen Regime mit
negativer SKEWNESS und positiv dotierte zentrosymmetrische Materie, sowie der
Übergang Oberfläche / Bulk mit positiver SKEWNESS. Die Untersuchung der
Skewness höherer Harmonischer zeigte, eine Skewness welche sich in Abhängigkeit
von der Ordnung der Harmonischen ändert. Bemerkenswert ist hierbei, dass für
die hohen Harmonischen die Skewness immer mehr zunimmt, ganz im Gegensatz zu
den Subharmonischen und Ultrasubharmonischen deren Skewness- Betrag immer
weiter abnimmt. Um die korrekte
Funktionsweise der entwickelten Lösungsstruktur zu validieren und die
Gültigkeit der numerischen Lösung einzuordnen, wurde die Singularitätslösung herangezogen
und mit der numerischen Lösung verglichen. Dabei konnten die erhaltenen
Ergebnisse hervorragend bestätigt werden.
Diese "exotischen"
Materieantworten können nach den bisherigen Erkenntnissen darin begründet sein,
dass Oberflächen zur Stabilisierung ihre Energie mittels negativer Skewness
absenken können und somit in die Lage versetzt werden höhere Energien auszuhalten,
bevor ihre Struktur, z. B. durch Schmelzen, zerstört wird. Positiv dotierte Bulkmaterialien
antworten aufgrund ihrer umgekehrten Skewness mit zusätzlicher Bulkanregung. Somit
kann der Bulk zwar besser angeregt werden, hätte aber ohne diese Skewnessumkehr theoretisch einen höheren Schmelzpunkt, wie
es für undotierten bzw. negativ dotierten Bulk der
Fall ist. Im Kontext zur Störungsrechnung konnte mit der singulären Lösung eine
Verbesserung der bisherigen Theorie erreicht werden indem das bisherige Modell soweit verfeinert wurde, dass mit der
hier erhaltenen Lösung und den entwickelten Programmen auch exakt die Skewness
der Amplitude bzw. Intensität vorhergesagt und beschrieben werden kann. Dies
stellt eine enorme Verbesserung der bisherigen Modellbildung dar, in der die
Nichtlinearität nur als Proportionalitätsfaktor berücksichtigt wird und somit
nur auf die Größe der Intensität Einfluss nimmt, nicht aber deren frequenzabhängige
Amplitudenvariation berücksichtigt.